Worst Case Szenario

Worst Case Szenario zu gut deutsch … schlimmstmöglicher Ernstfall, beschreibt Situationen, in die wir eher ungewollt kommen und in denen eine ernste Gefahr für Leib und Leben bestehen!

Hier sollen einige Verhaltensmuster oder Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie ICH mich richtig Verhalten kann, um so ein Szenario (Ernstfall) halbwegs unbeschadet zu überstehen.

1. Überlebenspsychologie:

Willenskraft kann beim Überlebenskampf der entscheidende Faktor sein. Die eigene Entschlossenheit, etwas um jeden Preis überleben zu wollen, gleicht oft begrenztes Wissen oder körperliche Kraft aus.

Wichtig hierbei ist auch immer die Stress- bzw. Angstkomponente, die zu einem großen Teil beiträgt am gelingen oder fehlschlagen einer Sache. Um so wichtiger ist hier, an dem eigenen Verhalten im Ernstfall zu arbeiten, d.h. zum Beispiel im Stressfall sich zu beruhigen durch die Atmung u. positive Gedanken. Nicht einfach aufgeben, sondern sich sagen: Ich werde überleben, ich schaffe das

Dies hat nichts mit Schönwetter-Mendalität zu tun oder einem übersteigerten Ego, sondern mit der Bereitschaft die eigenen Fähigkeiten und das eigene Leben in die Waagschale zu legen und den Willen zu überleben.

So wie Gedanken etwas schöpferisches haben, können sie uns auch in Gefahren helfen, wenn wir es verstehen u. schaffen, sie zielgerichtet einzusetzen. So kann jemand mit der richtigen Einstellung einen systematischen Überlebensplan entwickeln und so seine Überlebenswahrscheinlichkeit um ein vielfaches steigern.

Dies wäre die falsche Einstellung!

2. Die 3-Satz-Methode:

In einer Überlebenssituation in der man unschlüssig ist, über das richtige Handeln, die beste Handlungsweise hat sich bei den Special Forces die Dreisatz-Strategie bewährt.

Steht man einen Problem gegenüber, werden 3 verschiedene Lösungen erdacht. Hat man weniger sind es zu wenig, hat man mehr sind es zu viele Alternativen. Nun werden alle Vor- u. Nachteile jeder Option eingeschätzt u. ohne auf alle Einzelheiten im Detail einzugehen, die beste Möglichkeit ausgewählt. Wichtig ist, dass man bei seiner einmal getroffen Entscheidung bleibt. Die größte Gefahr in einer Extremsituation besteht nicht darin die falsche Entscheidung getroffen zu haben, sondern sich für gar keine Option zu entscheiden. Falls ein Plan nicht so funktioniert, kann man immer noch die Probleme lösen während man fortfährt.

Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass man den Denkprozessen im Extremfall eine Struktur verleiht.

Wo Leben ist, ist auch immer Gefahr !

( Ralph Waldo Emerson)

Es kann jeden von uns treffen, zu jeder Zeit! Darum immer die Augen u. Ohren offen halten. Wichtig dabei ist auch, das sogenannte „Bauchgefühl“ , hören sie auf ihre innere Stimme!

Getreu dem Motto:

  • Sei immer bereit!
  • Bleib ruhig!
  • Habe immer einen Plan !

 

3.Psychischer Stress, mentale Krisen u. die richtigen Bewältigungsstrategien

Quelltext: Colin Towell

Die Psyche reagiert in Krisen u. Katastrophen bei jedem anders. Grundsätzlich kann man die Reaktion in 4 Stufen unterteilen…

  1. Bedrohungsphase
  2. Akutphase
  3. Verarbeitungsstufe
  4. Posttraumatische Stufe
  • Individuelle Reaktion auf den Körper u. den Geist kann bei jedem Menschen anders aussehen:

Panik od. Panikattacken, Depressionen, Angst, Wut,Schuldgefühle, Hyperaktivität, Selbstmord, Apathie

  • Äußere Faktoren die noch erschwerend zu den emotionalen Zustand hinzukommen, können sein:

Hunger, Durst, Erschöpfung, Krankheit oder Verletzungen und  oder Unterkühlung. Eine weitere Störung kann  irrationales Verhalten sein ( Menschen beginnen zu singen oder Blumen zu pflücken etc.). Dies kann durch das Nicht-Verarbeiten von traumatischen Erfahrungen hervorgerufen werden.

Bewältigungsstrategien:

Zum Einen gehört immer eine ausreichende Vorbereitung zu jeder Tour u. jedem Trip,  was einher gehen sollte, mit dem nötigen Wissen über Landschaft u. Kultur, event. auch die sprachliche Kompetenz, die richtige Ausrüstung u. den geeigneten Survival – Wissen bzw. Techniken.

Zu der psychologischen Vorbereitung sollte gehören :

  • ein geeignetes Training (d.h. zu wissen, wo die eigenen Grenzen sind u. wann der Körper u. natürlich auch der Geist an seine Grenzen stößt: Schlafentzug, Hunger, Angst etc.),
  • die richtige Motivation (ein fester Glaube es trotz Schwierigkeiten zu schaffen),
  • Bindung (zu einem der stärkesten Motivationen zählt, das Bedürfnis die wichtigsten Menschen wiederzusehen: Kinder, Partner, Enkelkinder, enge Freunde etc. )
  • Hoffnung ( der Glaube, positive Grundeinstellung, positives Denken …)
  • Akzeptanz ( indem man etwas akzeptiert, wird man sich dessen bewußt u. sollte so ins Handeln/ Tun kommen, um aus einer bedrohlichen Situation herauszukommen),
  • Helfen ( das Helfen spielt gerade in einer Gruppe eine große Rolle, da es hier auch immer Schwächere gibt, die das Erlebte nicht so gut verarbeiten, um so wichtiger ist es hier zu trösten, zu beruhigen u. wiederaufzubauen, um die Moral der ganzen Gruppe zu stärken).

Durch das regelmäßige Training u. das Erlangen der richtigen  Bewältigungsstrategien, steigt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten u. somit auch der Glaube es zu schaffen, was natürlich auch den Überlenswillen stärkt u. gerade in einer Ernstfallsituation, das Zünglein an der Waage sein kann, zwischen aufgeben u. weitermachen.


4. Die 5 Grundprinzipien des Überlebens:

Quelltext: Colin Towell

In einer Ernstfallsituation spielen nicht nur die Überlebenspsychologie u. verschiedene Bewältigungsstrategien eine maßgebliche Rolle, sondern auch die Kenntnis der richtigen Survivaltechniken. Vor den Grundlagen ist es von Vorteil, zuerst einmal die Ruhe zu bewahren u. einen Plan zu erarbeiten, wie die weitere Vorgehensweise aussieht. Die fünf wichtigsten Techniken, die einem in diesen Fall weiterhelfen u. das Überleben sichern, sind :

Schutz, Feuer, Wasser, Ortung u. Nahrung

– nicht immer in dieser Reihenfolge, da in Alaska, wohl ein Feuer wichtiger ist als Wasser u. in der Wüste, Wasser wohl wichtiger ist als Feuer, so können die fünf Grundlagen je nach Betätigungsfeld, sprich Landschaft, Umgebung, Region u. auch Unternehmung (Wandern, Bergsteigen, Kanufahren etc.), den Umständen angepasst werden. Bei den Indianern wurden sie die “ Big 4 “ genannt, einfach aus dem Grund, weil die Indianer noch gelernt haben, in Einheit mit der Natur zu leben. Ortung spielt für die Ureinwohner wohl eher keine Rolle. Ich rede jetzt auch hier von einem Ernstfall in dem jemand verloren oder in der Wildnis verletzt wurde. Hier ist Ortung wichtig um gerettet zu werden. Beim Militär wird die Ortung, ersetzt durch das “ Entkommen„, – aus der Gefangenschaft oder vor einer feindlichen Übermacht, Flucht nach einem Sabotageakt oder das Verschwinden nach einem Hinderhalt aus den feindlichen Linien. Da sich mein Blickwinkel auf die zivile Nutzung von Survivaltechniken richtet, steht das Entkommen nicht unbedingt im Vordergrund, sondern die Ortung, nur der Vollständigkeit halber, wollte ich das Entkommen mit erwähnt haben… Zum anderen bezieht es sich auf einen Ernstfall, der uns auch absolut überraschend treffen kann, vom Verirren bei einer Wanderung bis zu einer Verletzung beim Bergsteigen, ein Sturz beim Radfahren etc.

Die 5 Grundlagen des Survival  (Basics) können jederzeit angewendet werden, insofern man sie beherrscht!

  • Schutz : Wichtig nicht nur für die Psyche, sondern auch für den Körper um ihn vor Nässe u. Auskühlung oder natürlich auch bei starker Sonneneinstrahlung  zu schützen.
  • Feuer: Hat einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt, es schützt vor Tieren, dient der Nahrungszubereitung u. zum Abkochen von Wasser , des weiteren wärmt es den Körper in kalten Nächten u. dient als Lichtquelle.
  • Wasser: Ohne Wasser kein Leben! Der Körper kommt längere Zeit ohne Nahrung aus, aber ohne Wasser nimmt die Leistungsfähigkeit bereits nach 24 Std. erheblich ab (körperliche u. geistige Fähigkieten verlangsamen sich, Abgeschlagenheit, Verwirrheit u. Kopfschmerzen können erst Anzeichen für eine Dehydration sein), dies gilt für normale Umstände. Bei großer Hitze u. körperlicher Anstrengung, sinkt das Zeifenster fürs Überleben erheblich.
  • Ortung: Wichtig, überprüfen  des Standorts auf Überlebens- u. Rettungschancen, hier gelten zwei Optionen : Bleiben oder gehen! In der Regel sollte man immer an  seinem Standort bleiben, es sei denn es ist zu gefährlich oder es besteht keine Hoffnung auf Rettung, nichts desto trotz sollte man eine Markierung zurücklassen in welche Richtung man gegangen ist. Zum anderen kann eine Markierung oder ein Signal auch die Hoffnung auf Rettung stärken u. wo Hoffnung ist, ist auch immer Überlebenswille.
  • Nahrung: Dies kommt immer auf die lebensbedrohliche Situation an, in der man sich befindet… Bei mäßiger körperlicher Aktivität kann man durchaus bis zu 7 Tage ohne Nahrung auskommen. Außer Hunger, büßt der Körper auch seine Regenerationsfähigkeit ein, man wird langsamer u. der Körper wird schneller müde. Aber auch bei der Verarbeitung von Nahrung, benötigt der Körper unbedingt Wasser, sonst besteht die Möglichkeit der Verstopfung u. Magenprobleme. Es empfiehlt sich, eher kleinere Mengen zu essen u. häufigere Pausen einzulegen, aber unablässig davon ist es, viel zu trinken mindestens 2 L Wasser bei normaler Anstrengung, bei großer Hitze u.  körperlicher Belastung empfiehlt es sich bis zu 4 L Wasser zu trinken.
  • Entkommen: Dies gehört nicht unbedingt zu den Grundlagen, zumindest in einer nichtmilitärischen Survival- Situation, wobei man auch hier sagen kann, es muss sich ja nicht nur auf den Krieg oder militärischen Einsatz beschränken… Ein Grizzlybär, ein Straßenschläger oder eine Demonstration mit zweifelhaften Ausgang, kann durchaus ein ernstzunehmendes Problem werden, indem es nicht Schaden kann, die geeigneten Flucht-/Survivaltechniken zu kennen u. zu  beherrschen.

Außer dem Wissen u. dem Können der Basics u. dem Überlebenswillen ist ein vierter Punkt auch ausschlaggebend über Leben u. Tod und das wäre Glück. Sie können noch so viel trainiert haben, die beste Ausrüstung haben u. die richtige Einstellung, wenn es an dem Tag am nötigen Glück fehlt, werden Sie ein Problem bekommen.

Abschließend möchte ich noch eins bemerken:

Wir hängen zum großen Teil von der modernen Technik ab: Wasser kommt aus dem Hahn, Wärme aus dem Heizkörper u. Nahrung aus dem Supermarkt. Wie schnell u. leicht verletzbar wir sind, sollte uns immer bewußt machen, wenn der Strom vorübergehend mal weg ist …



Wahre Weisheit kommt immer durch Erfahrung !